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Bedingungslosigkeit…

Licht erkennst du nicht als Licht, ohne dass es drumherum dunkel ist.
Groß erkennst du nur als groß, weil du weißt, was klein bedeutet.
Freude identifizierst du als Freude, weil du Trauer erfahren hast.
Dich erkennst du in deiner Ganzheit nur, wenn du dich den Teilen in dir stellst, die du (in anderen) ablehnst.
Und daher kann dein Kind nur ganz und gar sein wer es ist, wenn alles an ihm willkommen ist, weil du nichts mehr an dir ablehnen musst.

Kinder sind Meister darin, uns mit der Nase in genau die Ecken zu schubsen, in denen wir uns gar nicht gern aufhalten.
Das liegt daran, dass diese Schatten dein Kind anderenfalls dazu zwingen würden, die Teile in sich abzulehnen, die du in dir und vor dir selbst abzulehnen gelernt hast und da macht das Unterbewusstsein deines Kindes und die gute Bindung zu ihm dir einen Strich durch die Rechnung.
Also katapultiert dich die Nähe zu deinem Kind exakt dorthin, wo’s dunkel und unbequem ist und ungemachte Arbeit auf dich wartet, deren Existenz du beinahe vergessen hast.
Ganz zielsicher genau dorthin, wo deine Schatten, deine Ängste und Vermeidungsstrategien, die dich davon abhalten sollen, dich damit auseinanderzusetzen, wovor du dich wirklichwirklich fürchtest, gemeinsam herumlungern und achtsam dafür Sorge tragen, dass sie unentdeckt bleiben.
Unbewusst halt.

Und das waren wirklich nützliche Gehilfen 😊
Viele Jahre helfen sie dir schon dabei, dich vor allem und jedem zu beschützen, was oder wer dich gefährden könnte:
vorm verlassen werden, vor Nähe, vor Ablehnung, vor Grenzüberschreitung, vor Ohnmacht, vor Verantwortung, vor Scham und Schuld.
Such dir was aus.

Manchmal ist die Angst, dich all diesen dunklen Gestalten zu stellen, so groß, dass du sie gar nicht als das bemerkst, was sie ist. Sie tarnt sich dann als Wut oder als wiederkehrender Konflikt mit anderen oder als Charakterzug oder sie macht sich einfach unsichtbar.
Nur weil du sie nicht erkennst, ist sie dennoch da.

Und dann hast du ein Kind.
Näher geht nicht.
Mehr Liebe nicht vorstellbar.
Dieses perfekte Wesen stellt sich im Laufe der Zeit als eigenständiger Mensch heraus, als eigene Persönlichkeit mit eigenen, manchmal sehr herausfordernden Eigenschaften, ein Wesen auch mit Schatten.
Kleine und große Schatten.
Und manchmal gefährden diese Schatten die Tarnung deiner Schatten.
Ist ja schließlich dein Kind und eure Schatten könnten verwandt sein.

Dann kann dein Kind dich in nullkommagarnix in unbändige Wut versetzen.
Da gelingts diesem kleinen Wesen, dich in Ohnmacht und Hilflosigkeit zu katapultieren oder es schließt dich aus und macht dich zum Zuschauer seines Lebens, weil seine Entscheidungen niemals deine sind.
Die Gefühle, die das in dir verursacht, sind für dich kaum aushaltbar, die willst du nicht, die musst du schnell wieder loswerden.

Stellt sich nur die Frage, wie.
Vielleicht suchst du dann nach Erziehungsratgebern, die dir endlich Aufschluss darüber geben, warum dein Klnd deine Gremzen nicht achtet, keine eigene Motivation entwickelt oder überall aneckt.
Vielleicht suchst du dort auch nicht, sondern versuchst das Problem im Kind zu lösen, denn da taucht es ja auf. Dann wünschst du dir mehr Kooperation und du neigst vor lauter Not vielleicht dazu, so zu konditionieren, dass das unerwünschte Verhalten aufhört.
Manche Kinder können sich dieser Verantwortung dann nur noch entledigen, indem sie diagnosewürdiges Verhalten produzieren, womit dann scheinbar alle entlastet sind. Krankheit als Ursache ist leichter zu bekämpfen als es selbst und das macht die Situation für alle erträglicher.

Welche unbewusste Strategie du auch wählst, um diesen unerwünschten Schatten in dir nicht zu begegnen, du löst dein Problem nicht.
Symptomatisch auf etwas zu reagieren, löst dein Problem niemals ursächlich.
Ist einfach nicht zu Ende gedacht.
Immer wieder sie selben Mittel anzuwenden und auf ein anderes Ergebnis zu hoffen, ist nahe am Wahnsinn, sagte Einstein, so sagt man.

Und als sei es nicht genug, dass diese Wege zu nichts führen, nein, du verschlimmbesserst die Situation noch, weil dein Kind lernt (und das musst du nicht mal herbeiführen wollen, das macht dein Kind ganz alleine), dass bestimmte Anteile in ihm nicht wünschenswert sind. Jene Anteile, die in dir auslösen, was du in die dunkle Evke ausgelagert hast.
Das weiß dein Kind aber nicht.
Es spürt nur.
Alles was es spürt, ist, so darf ich sein und so lieber nicht- so bin ich liebenswert, gewünscht und sicher und so spüre ich Ablehnung, Angst und das gilt es unbedingt zu vermeiden.
Was glaubst du wohl, was es mit diesen nicht gewünschten Anteilen macht?
Genau.
Es gibt da eine dunkle Ecke…

Dein Kind bedingungslos anzunehmen, heißt nicht, mit allem was es tut, einverstanden zu sein.
Bedingungslose Akzeptanz bedeutet für dein Kind, sein zu dürfen wer es ist, ganz gleich, was das in dir auslöst.
Dein Kind ohne Bedingungen anzunehmen, bedeutet keinerlei Bedingungen an die Nähe zu dir und damit an seine Bindung zu knüpfen, von denen es sich dann irgendwann lösen muss, um es selbst sein zu dürfen.
So wie du heute.

Dazu braucht’s lediglich deine Verantwortung für deine dunklen Ecken.
Dort wartet sie schon, die Bedingungslosigkeit.
Deine.
Für dich.
So wie du bist, bist du bereits perfekt.
Du musst gar nicht lernen, dich in Gänze zu mögen, du musst dich nur erinnern.
Daran, dass du ganz sein magst.
Daran dass du sicher und frei sein kannst.
Daran, dass du dich gar nicht mehr ablehnen musst.
Daran, dass du dich nach echter Nähe sehnst.

❤️
Break the cycle.

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