Sorge, Angst oder Fürsorge?

Weisst du, was dein Kind braucht, damit es ihm gut geht?

Weißt du, ob seine Entscheidungen weitreichend durchdacht sind und sich am Ende als gut oder schlecht erweisen?

Weißt du welcher Lebensverlauf, so im Groben, der richtige für dein Kind wäre und welcher keinesfalls?

Willst du für dein Kind nur das Beste?

Ist dir der Unterschied zwischen Wünschen und Handeln klar?
Wirklich?

Eltern auf die ich treffe, stecken oft in der Fürsorgefalle. Zweifellos, wir alle wünschen uns für unser Kind ein zufriedenes, erfolgreiches Leben, möglichst ohne größere Einschläge und schmerzhafte Erlebnisse.
Natür-lich.
Ganz schnell, beinahe unbemerkt, geschieht es jedoch, dass diesen Wünschen nachgeholfen wird. Da werden Entscheidungen angezweifelt oder gleich für das Kind übernommen. Da wird gezogen und diskutiert, gehalten und gedroht, damit die Dinge laufen wie wir sie für richtig halten.
Nicht immer, aber beständig.

Logisch kann meine Dreijährige nicht entscheiden, allein zur Kita zu gehen. Aber sie kann immer Montags den Weg vom Kitaparkplatz ins Gebäude allein zurücklegen.

Klar kann der Zehnjährige nicht 24/7 zocken, aber er kann eigenverantwortlich lernen,mit seiner Zeit und seinen Kapazitäten umzugehen.

Natürlich habe ich Pflichten, wenn mein Sohn mit 16 keine Lust auf Abi mehr hat und beschließt, die Schule zu schmeißen. Aber ich kann herausfinden wie gut das durchdacht ist und ihn unterstützen seinen Weg zu finden.

Vor allem aber kann ich lernen, darauf zu vertrauen, dass mein Kind auf der Welt ist, um seinen Weg zu finden. Das funktioniert eben nur über Entscheidungen, die wir für totale Grütze halten. Und die wir dann kommentarlos aushalten.

Alles, was dein Kind benötigt, ist deine Unterstützung, in sein eigenes Wesen zu gelangen, sich zu erfahren und zu vertrauen.
Und natürlich ein klitzekleines bissl zu wissen, dass du immer da sein wirst, um die Folgen falscher Entscheidungen mit ihm auszuhalten.
Da bist du in der Pflicht.

Hilf ihm herauszufinden was es braucht.

Sei urteilsfrei dabei, wenn es seine Entscheidungen durchdenkt. Frag nach.

Freu dich über seinen Lebensentwurf und staune, wenn er deinem eigenen so fern ist.

Vertrau darauf, dass es das Beste nur gibt, weil es auch das scheinbar “Schlechte” erfährt.

Trenn deine Wünsche von deinem Handeln.

Liebe hält nicht fest.
💚

 

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