Wenn das Unbewusste die Macht verliert..

Letztens habe ich endlich mal wieder einen Mann gecoacht.
Männer sind in meiner Welt massiv in der Unterzahl wenn es darum geht, alte, verstaubte Plätze aufzuräumen und Platz zu schaffen für Neues und Leichtes.
Das liegt meist nicht daran, dass sie dem keinen Raum geben würden, ganz im Gegenteil – fast immer sind es die Männer in der Familie, die einen gesunden, relativierenden Blick aufs Problem haben und die eine heilsame Wirkung aufs Geschehen ausüben.

Manchmal ist’s aber auch anders.
Manchmal kocht der Kessel und er weiß gar nicht wohin mit dem Druck und die Energie fliegt nur so durch die Gegend und allen um die Ohren.
Nahezu ohnmächtig klammert er sich an jedes bischen Überlegenheit in der verzweifelten Hoffnung, die zu Grunde liegenden Gefühle nicht zu spüren.

Kein Mensch fühlt sich gerne ohnmächtig.
Manche Menschen noch weniger.
Und gar nicht so wenige Menschen haben diese Ohnmacht ganz früh erfahren, fühlten sich strengen, oft dominanten Eltern ausgeliefert, waren mit Chaos und Strukturlosigkeit konfrontiert und tun heute alles, um diese Gefühle nie wieder fühlen zu müssen.

So weit so klug.

Wie immer besteht die Gefahr darin, dass das unbewusst passiert.
Wie so oft sind es die Kinder, die dieses Gefühl herauskitzeln und im Handumdrehen dafür sorgen, dass alles an Hilflosigkeit und Ohnmacht, an ausgeliefert-sein und Handlungsunfähigkeit wieder klar und deutlich spürbar ist.
Genau dann kommt es zu Reaktionen, die das Außen als unverhältnismäßig bezeichnet.

Wie genial, wenn ein solcher Mann den Weg findet, die Altlasten und Knopfdruck-Reaktionen loszuwerden.
Wie berührend, wenn nach einer Sitzung die Gesichtszüge wieder weich und entspannt sind, er sich „frei“ nennt, der Druck im Nacken verschwunden ist und Stille den Raum flutet.
Wie faszinierend, wieviel Energie, die vorher an den Druck gebunden war, nun wieder fließt und damit verfügbar ist um sich das Leben schön zu machen.
Wie überwältigend die Rückmeldungen der. Familie für diesen Neubeginn.

Und wie dankbar ich bin für diesen Mut zum Wachsen, für das Anerkennen deines Wesens und die Nähe, die du zugelassen hast um das möglich zu machen.

Wissenschaftlich fundierte Zauberei – hab ich doch gesagt 

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