Nenn mich naiv, aber mit welchem Recht dürfen Eltern oder Lehrer ein Kind bestrafen?
Wo ist das moralische Okay dazu, aus der Beziehung auszusteigen, subjektive Urteile zu fällen, das Kind mehr oder weniger bewusst klein zu halten und es auf demütigende Weise zu konditionieren, den eigenen Regeln zu folgen?

Wo leben wir denn bitte?
In welchem Zeitalter leben wir denn, dass wir das so sang-und klanglos tolerieren oder befürworten?
Können wir es uns in einem der zivilisiertesten und freiesten Länder der Welt tatsächlich leisten, das eigenwillige Kind zum Problem zu machen, die erwachsene Verantwortung von uns zu weisen und in Kauf zu nehmen, dass das Kind in diese kleine Box, in die wir es mit dieser Demütigung packen, auch all sein Potenzial legt, auf das wir als Gesellschaft so angewiesen sind?
Und können wir es uns leisten, dass (kollektive) Strafen dazu führen, dass die „stillen“ Kinder es erst gar nicht wagen, diese Box zu verlassen?

Wieso müssen wir auch nur eine einzige Sekunde darüber diskutieren, ob überlegene Erwachsene unterlegenen Abhängigen ihre Macht demonstrieren müssen?
Wie kommen wir denn dazu, dieses Gift in der Beziehung zu einem kleinen Menschen zu verteilen, der auf uns angewiesen ist, der nicht abhauen kann, ganz gleich, welche erzieherische Bankrotterklärung wir ihm zumuten und damit seine Seele belasten?
Wie kommt ein Lehrer dazu, Kindern die Pause zu nehmen, weil es ihnen an diesem Tag zu schwer fiel, still zu sein? Hat er wirklich die Hoffnung, das Kind wäre ohne Pause leiser?
🤷🏻‍♀️

Wie kommen wir zum brutalen Gedanken, Auszeiten zu verhängen, in denen beunruhigte Kinder sich in ihrem Zimmer beruhigen sollen?
Wir kommen wir zu Ausgangssperren, Medienentzug und Strafarbeiten, um unsere Wünsche in diesem kleinen Menschen umzusetzen ?
Haben wir wirklich die Hoffnung der Einsicht oder reicht uns die Kapitulation vor Strafe und die Funktionalität des Kindes?
Überfällst du nicht die nächste Tankstelle weil du Angst vor der Strafe hast oder weil du den Sinn der Regel, Tankstellen nicht zu überfallen, gecheckt hast?
Gah!

Wir stellen also Regeln auf (Legislative), setzen ihre Durchführung um (Exekutive) und fällen das richterliche Urteil (Judikative). Wir sind die gesammelte Macht in einer Person.
Weil wir’s können.
😀
Absurd.
Selbst vor Gericht gilt bis zum Schluss die Unschuldsvermutung und die Schuld (auch wenn es mir schwerfällt, das Wort im Klntext Kind auch nur auszusprechen!) muss zweifelsfrei bewiesen werden, ansonsten lautet die Devise „im Zweifel für den Angeklagten“, wobei selbst der ein Recht auf einen Anwalt hat (welchen hat ein Kind in seiner Klasse und wenn es vor Wut und Ohnmacht kocht?)!
UND: das Vergehen muss vorsätzlich sein um sich strafbar zu machen und damit eine Strafe zu erwirken.
Kinder handeln aber nie vorsätzlich gegen jemanden, die quatschen nämlich höchst selten um dem Lehrer und der Klasse zu schaden, sondern um sich selbst zu nutzen, sie handeln also quasi maximal fahrlässig – weil sie es nicht besser können !
Was gibt uns also das Recht, ihnen nicht dabei zu helfen, das zu lernen, sondern sie mieser zu behandeln, als jeden potentiellen Straftäter und nicht mal ihre Grundrechte zu wahren, außer dass es leicht ist und schon immer so wahr?
Klingt immer absurder, oder?
Sag’s mir. Bitte. Wieso bestrafen wir sie und wieso lassen wir zu, dass andere das tun?

Weil es ja nur Kinder sind?
Weil die irgendwo ganz am Anfang im Besitzdenken stehen, quasi der verlängerte Arm der eigenen Person, ein Aushängeschild, das poliert sein will?
Weil wir zu faul sind, uns Arbeit zu machen und in uns und die Beziehung zu investieren?
Zeit, Nerven, Anstrengung, Liebe wo Wut ist?
Oder weil wir gelernt haben, dass Strafen und die kleine Schwester Belohnung, erfolgversprechende Metboden sind, kleine Menschen auf Spur zu bringen?
Weil wir uns selbst glauben, dass es ihnen nutzt und es keine anderen Wege gibt?
Weil es so schön einfach ist und funktioniert und ja nicht geschadet hat und dieses Kind uns einfach keine andere Wahl lässt?

Nein.
Wir bestrafen, weil wir hilflos sind, das gelernte und durch eigene Strafen tief verinnerlichte Mittel nicht in Frage stellen und weil wir es uns nicht leisten können, den Schmerz, den wir dem Kind damit zufügen zu fühlen. Dabei wäre genau das der erste Schritt.

Dein. Kind. Leidet. Wenn. Es. Bestraft. Wird.

Kinder brauchen keine Strafen, um sich an Regeln zu halten. Sie brauchen Einsicht in die Regel und ihren Nutzen in einem Lebensumfeld, das es ihm ermöglicht, sich die Zustimmung zur Regel leisten zu können.
Kann das Kind es sich nicht leisten, in der Beziehung bleiben zu wollen, müssen wir uns als Erwachsene fragen, wie wir die fehlende Bindung und damit den natürlichen Wunsch folgen zu wollen reparieren können, was im Verantwortungbereich des Erwachsenen liegen würde, nicht aber wie wir das Kind zwingen können, uns folgen zu müssen.
Wir müssten uns mit uns selbst auseinandersetzen, aber diese Fähigkeit zur Inneren Auseinandersetzung haben wir nur allzuoft in der Box gelassen. Direkt neben dem „nicht-zu-viel-fühlen.“

Wir sind mitten in einem Wertewandel der Erziehung, Beziehung, Nicht-Erziehung, wurscht, wie du es nennst.
Strafen sind nicht mehr zeitgemäß.
Sie gehören nicht ins Heute.
Disziplinarische Maßnahmen auf schuldeutsch erzwingen soziale Disziplin.
Um Disziplin zu lernen, braucht ein Kind Erwachsene, die sich ihm zuwenden und die Hürden überwinden, die die Disziplinlosigkeit erst verursacht haben.
Du kannst ein Problem nicht mit dem selben Mittel lösen, mit dem es entstanden ist.
Das Gegenmittel heißt Beziehung und die ist immer gleichwürdig.
Das erkennst du daran, dass du deinem Partner am Abend ja auch nicht das Habdy entziehen würdest, wenn er heute nicht tat, was du dir gewünscht und worum du gebeten hast, er sich mal wieder mit seinem Chef gestritten hat oder dir gegenüber heute einfach nicht die passende Tonlage gefunden hat.

Neue Ziele und Werte erreichen wir nicht durch überholte Methoden.
Neue Methoden funktionieren nicht bei überholten Werten.
Lass dein Kind dieses Dilemma nicht ausbaden.

Wo Liebe zum Menschen wirkt, kann niemals Strafe sein.
Du kannst das besser.
Und du darfst das einfordern!
In jedem Kindergarten, in jeder Klasse und von dir selbst.
Dazu musst du nur eins.
Fühlen.
Dich.
Und dann dein Kind.
Kannst du.
❤️
Break the cycle.

Ich hab mich beim Anblick dieses Bildes gefragt, wie die Entenmama es geschafft hat, dass alle Jungen ihr brav hinterherwackeln.
Sie sieht sich nicht mal um, um zu kontrollieren, ob auch noch alle da sind, sie geht einfach davon aus.

Ich meine, mit welchen „Konsequenzen“ droht eine Entenmama, wenn die Kleinen nicht folgen?
Schwimm-und Tauchverbot?
Keine Fischleckerlis?

Unsere Auswahl, unsere Kleinen und kleinen Großen zum Folgen zu bewegen, sind da wirklich zahlreicher.
Immer mehr Medien- immer mehr Mittel, die du als “Konsequenz” einsetzen kannst.
Vorliebe für Süßes? Tja – nicht bei dem Benehmen.
Schon wieder eine Arbeit vergeigt? Dann fällt das geliebte Sporttraining eben aus.
Das ist eine “natürliche” Konsequenz. Muss das Kind ja lernen.
Nicht.

Blöd nur, wenn das Kind phasenweise oder länger, so gar nicht mehr freiwillig folgt und du mit Konsequenzen (bei der Gelegenheit nennen wir das dann mal gleich beim Namen: das Ding heißt Strafe!) nur so um dich schmeißen musst.
Und sich trotzdem nichts verändert.
Weil das Kind einfach nicht verstehen mag, wieso es auf dich hören sollte und es dir deshalb erst gar nicht mehr zuhört obwohl du es gut mit ihm meinst.
Und mit dir.

Ein guter Zeitpunkt, den eigenen Anspruch auf Folgsamkeit unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, welche guten Gründe das Kind hat, eine so laute eigene innere Stimme zu entwickeln, dass es dich nicht mehr hören kann, oder?
😊
Kinder folgen ganz automatisch.
Eigentlich.

Das tun sie, weil sie Führung und Zugehörigkeit benötigen, ihre Eltern die Größten sind und weil es, ganz unemotional-biologisch, ihr Überleben sichert.
Dein Kind ist auf deine Bindung angewiesen und wird dir erst mal von Natur aus folgen und sein Bedürfnis nach Autonomie zurückstellen.
Das tut es genau so lange, wie es sein emotional grundlegendes Bedürfnis nach Autonomoie nicht konsequent missachten muss, weil du entschieden haben könntest, dass das Folgen wichtiger ist, als das Nicht-Folgen.
Das Gemeine ist, diese Entscheidung muss dir nicht mal bewusst sein, du musst sie gar nicht in dir erkennen können, sondern triffst sie womöglich nur im Verhalten deines Kindes als striktem Verweigerer an.

Wenn du dir also mehr Folgsamkeit wünschst, vor allem in Momenten, in denen es in deiner Welt selbstverständlich sein sollte, brauchst du deine Bereitschaft in den nicht selbstverständlichen Momenten, auf Folgsamkeit verzichten zu können.
Und das sind die meisten Momente des Tages. Mindestens 90 von 100 Situationen in deinem Alltag benötigen keine Folgsamkeit deines Kindes, während du sie dennoch voraussetzt.
Du setzt voraus, dass du besser weißt.
Und damit tappst du in die Falle.

Folgen heißt nämlich nicht hören.
Die Kinder hören alle gut 😀
Hören meint gehorsam sein.
Hören meint, du akzeptierst am besten kommentarlos was ich dir sage, auch dann, wenn du anderer Meinung bist.
Und ja, Hören meint auch deinen Wunsch nach Zustimmung deines Kindes.
Abgenickter Gehorsam quasi, die Light Version, getragen vom Wunsch nach Harmonie.

Folgen durch Führen meint genau das nicht.
Folgen entsteht aus Vertrauen und Loslassen.
Das wiederum erfordert deine Bereitschaft, dem Nein zu begegnen.
Deinem Nein und dem deines Kindes.
Kinder folgen dann gerne, wenn sie der Ansicht sind, dass derjenige, der vorausläuft, den Plan vom großen Ganzen hat, den Durchblick quasi.
Wenn sie darauf vertrauen können, dass derjenige in ihrem Sinne entscheidet und sie so führt, wie sie es selber tun würden,wenn sie es schon könnten aber eben noch nicht können und weil derjenige sie auch entscheiden lässt, wo sie es bereits können. Und weil derjenige Erwachsene jederzeit bereit ist, zu überprüfen, was das Kind schon kann, weil er weiß, wie wichtig es ist, es maximal selbständig und autonom entscheiden zu lassen.
Weil derjenige Erwachsene seine eigenen Grundbedürfnisse nach Schutz und Zugehörigkeit einerseits und Autonomie und Selbstwirksamkeit andererseits, längst für sich geklärt hat und daher entspannt begleitet und vom Kind weder das eine, noch das andere braucht.

Eine gelassene erwachsene Führung, die sich selbst nicht so wichtig nimmt, weil sie weiß, dass sie wichtig ist und sich deshalb nicht wichtig fühlen muss.
Wer sich selbst schätzt, muss das nicht von anderen einfordern.
Eine souveräne Führung wirft nicht künstlich mit „Konsequenzen“ um sich, sondern handelt aufgrund ihrer Haltung, die die Richtung vorgibt, ohne am Ergebnis zu hängen, jederzeit bereit, sich zu irren.

Also wie eine Entenmama.
😀
Ja ja, das mag im Tierreich um ein Vielfaches instinktiver ablaufen, im Ergebnis bleibt es ähnlich.

Folgen ist das Ergebnis einer guten Bindung.
Bindung ist nur dann bedingungslos wenn du weder deine, noch die Freiheit deines Kindes fürchtest.
Und daran kannst du nun wirklich schrauben.
Ist halt nur deine Schraube und nicht die des Kindes.

Aber das war ja schon vorher klar.
Nimm dich dabei also selbst nicht so ernst.
Nimm das Leben nicht so ernst.
Nimm den Ernst dabei nicht so ernst.
Nimm andere Menschen und ihre Erwartungen nicht so ernst. Das ist ihre eigene Aufgabe, nicht deine.
Nimm dabei die Handlungen deines Kindes nicht so ernst. Es handelt nicht gegen dich, sondern für sich und es ist deine Aufgabe es darin zu verstehen und zu erkennen, wo du ihm dabei im Weg herumstehst, es selbst zu sein.
Es sind die Entscheidungen die wir treffen, die ausdrücken, wer wir sind und Kinder, die ihr Nein brauchen wir die Luft zum Atmen, fehlt dieser Ausdruck.

Und während du alles nun nicht so ernst nimmst, nimm dein Kind mehr als wichtig, denn nur dann wird es zu einem Menschen, der sich in seinem Wesen. geschätzt, wichtig und bedingungslos wertvoll fühlt.
Nur dann geschieht die Begleitung deines Kindes im Sinne deines Kindes und nicht in deinem.
Und dann bereichert es diese Welt mit all den Schätzen, die jetzt noch in ihm schlummern und die es hinter seinem Nein noch nicht entdecken konnte.

Gib ihm Luft.
❤️
Break the cycle.

Ich weiß ja nicht wie es dir ging, aber als ich in das Abenteuer Erziehung (Nicht-Erziehung, Beziehung- such dir ein Label aus, es ist nur wichtig was drin ist 😉) gestartet bin, wusste ich vor allem, wie ich „es“ nicht machen würde.
Ich würde eine Menge Fehler nicht wiederholen, die ich erfahren habe und ich würde eine Menge Dinge tun, die ich vermisst habe. Es war leicht, denn ich musste nur alles anders machen, als ich es erfahren habe.
Vor allem aber würde ich dafür sorgen, dass mein Kind immer der Mensch sein darf, der es ist. Ich wusste intuitiv, dass es mein Job sein würde, dafür zu sorgen, dass dieses Wesen immer Zugang in seine Jas und Neins, in sein eigenes Richtig und Falsch haben soll.
Ein Zugang in die eigene Intuition, die frei ist von der Prägung, die es unweigerlich durch seine Umgebung erfahren würde, weil nur das der Garant in ein zufriedenes Leben sein kann.
Eine innere Stimme, die so laut ist, dass sie im größten Trubel des Lebens, in den lautesten Anforderungen des Außen, in der stärksten inneren Not, zu hören sein würde.
Fertig.
Das war, neben all der Theorie, die ich über den „richtigen“ Umgang mit Kindern kannte, alles was ich wusste.

Und an genau diesem Punkt steht eine ganze Elterngeneration.
Wir wissen was wir nicht wollen und wir wissen, wir wollen das Beste.
Unsicher, orientierungslos und mit mehr oder weniger Bewusstsein darüber, dass nicht alles, wovon wir glauben, dass es nicht geschadet habe, auch nicht geschadet hat.
Da wird diskutiert darüber, welcher Erziehungsstil der Beste ist für das Kind, gestritten darüber, welches Dogma, denn nichts anderes ist auch der beste und bestgemeinte Erziehungstrend, ob diese und jene Handlung noch angemessen oder legitim ist.
Weil das Halt gibt.
Es wird geurteilt, herabgesehen und erwartet, während doch jeder nur sein Bestes gibt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jede Mutter und jeder Vater zu jedem Zeitpunkt genau das im Umgang mit dem eigenen Kind gibt, was ihm gerade möglich ist.
Was nicht heißt, dass das Beste für das Kind ist. Was nicht heißt, dass der Zugang zum Besten nicht vorhanden wäre.
Was bedeutet, dass es nicht reicht, das Gegenteil dessen zu tun, was du vermeiden willst, weil ja noch in dir wirkt, was du unbedingt vermeiden möchtest. In jeder Handlung steckt deine unbewusste Haltung, weshalb andere Handlung ohne neue Haltung nie funktioniert.

Also bräuchtest du halt erst mal Zugang zu dir selbst, du bräuchtest eine gut funktionierende, liebevolle Beziehung zu dir selbst.
Du bräuchtest Wissen darum, wie du funktionierst, warum du A willst, aber B handelst.
Du bräuchtest Bewusstsein darüber, dass du glaubst zu spüren und zu fühlen, während du vor allem Affekte wahrnimmst oder deine Gefühle lediglich denkst.
Du bräuchtest die Fähigkeit, dich von all dem in deinem Inneren zu trennen, was dir nicht gehört, nie gehörte und du heute wie Ballast mit dir herumschleppst.
Du müsstest können, was du dir für dein Kind wünscht, weil es nicht ausreicht, dein Kind damit zu versorgen, was du dir selbst vorenthältst.
Und das hätten wir lernen müssen.
Von Menschen, die es uns nicht lehren konnten, weil sie bereits ihr Bestes gegeben haben.
❤️

Während wir also glauben, zu können, was wir nicht gelernt haben, während wir also glauben, keine Fehler machen zu dürfen, um daraus zu lernen, während wir also stillschweigend davon ausgehen, dass Elternschaft eine total natürliche Angelegenheit ist und das jeder kann, weil die Natur das so vorgesehen hat (hat sie -allerdings musst du an den Punkt, an dem es natürlich läuft und du intuitiv weißt, was es braucht, erst mal wieder gelangen- der ist nämlich zugemüllt mit Prägung, die dich genau davon trennt), währenddessen kostet dich das vor allem eins:
Beziehung.
Beziehung zu deinem Kind und Beziehung deines Kindes zu sich selbst.
Das merkst du daran, wie häufig ihr streitet oder du dich sorgst, wie schwer sein Alltag ist und wie hilflos du dich oft fühlst.

Alles, was wir wissen, haben wir von unseren Eltern, die ihr Wissen von ihren Eltern haben, die es von ihren Eltern haben, die zu einer völlig anderen Zeit aufwuchsen.
Andere Lebensumstände, andere Werte und Konventionen und Herausforderungen für die Welt
Wir konsultieren Experten für einfach alles im Leben, sogar der Hund hat einen Trainer, aber das Wichtigste im Leben ist ein Selbstläufer?
Mitnichten.

Besser machen funktioniert nicht, weil du das Gegenteil tust.
Anders machen heißt nicht, dass das auch umsetzbar ist.
Alles, was du tust, ist geprägt von dem, was du (nicht) gelernt hast und als wär das nicht schlimm genug- nein, du handelst danach ohne (!) es zu merken. Weshalb das, was du willst und das, was herauskommt, nicht unbedingt das selbe ist.

Wenn du in ein neues Haus ziehst, reinigst du es doch auch bis es frei ist von allem, was nicht dir gehört?
Wenn du einen Virus auf dem Desktop hast, spielst du ja auch nicht einfach das neue Programm auf, sondern schmeißt erst den Schädling runter?
Bevor du eine neue Beziehung mit einem Partner eingehst, verarbeitest du doch erst mal die alte Beziehung? (Hoffentlich 😀)

Und wieso tun wir das dann nicht bei dem Wesen, das uns mehr bedeutet als alles andere auf der Welt?
Wieso riskieren wir weiterzugeben, was wir erfahren haben?

Ich sag’s dir.
Weil es leichter ist nicht zu fühlen und es wegzuschieben.
Weil wir nicht realisierten, wie hoch der Preis ist, den unser Kind zahlt und den wir mit unserer Lebendigkeit zahlen.
Weil wir gar nicht merken, wie limitiert wir sind, denn das merken wir erst, wenn es zu Konflikten mit dem Kind oder wegen des Kindes kommt, können aber die Verbindung gar nicht herstellen, denn dazu müssten wir ja wieder wissen wie wir genau funktionieren.
Und weil wir keine Lust haben, als Erwachsene unsere Kindheit aufzurollen, weil wir glauben, Schuld verteilen zu müssen oder weil wir uns das unfassbar anstrengend und langwierig vorstellen und die eigene Kindheit jetzt auch nicht soo schlimm war.
😀

Nix davon ist wahr.
Deine Herausforderungen im Heute haben ihren Ursprung im Gestern und dafür braucht’s keine traumatischen Erlebnisse. Keiner hat Schuld, wenn er sein Bestes gegeben hat. Prägung zu überwinden ist nicht langwierig und zäh sondern eine spaßige Reise, leicht und schnell.
Ok, meistens 😉

Lass die unbewussten Überzeugungen der Eltern deiner Großeltern nicht die Welt deines Kindes formen.
Mach dich frei.
Dein Kind wird dich ohnehin auffordern, sich selbst gehören zu dürfen.

Das ist übrigens der Grund, warum das Coachingprogramm in der Kinderflüsterei EchtEltern heißt.
Damit du du sein kannst.
Echt und ganz und gar und wahrhaftig du für dich und für dein Kind.
EchtEltern heißt der Elternteil zu sein, der du immer sein wolltest, damals, als du gestartet bist und der du unter all dem, was dich davon trennt, bereits bist.
Musst nur noch drankommen und loswerden, was dich davon abhält.

Denn wer sich als Kind nicht verliert, wird als Erwachsener niemals nach sich suchen müssen.
❤️
Break the cycle.

Dein Kind gehört dir nicht
Dein Kind gehört nicht mal zu dir.
Es ist lediglich bei dir.
Abhängig und auf dich angewiesen.
Es ist abhängig von deiner Versorgung, von deiner Liebe, von deiner Bereitschaft dich in Frage zu stellen, von deinen Gedanken, von deiner Fähigkeit zur Nähe, von deiner Lust aufs Leben, von deinem Charakter, von deiner Beziehung zu dir selbst.
Der Seelenfrieden deines Kindes ist abhängig von dir.

Dein Kind gehört dir nicht.
Du hast kein Recht, es zu bestrafen, zu drohen, es zu beschimpfen.
Du hast kein Recht, für es zu wissen, es zu massregeln, für es zu entscheiden, es nicht loszulassen, es zu brauchen.

Dein Kind gehört dir nicht und doch ist es deine Aufgabe, es bedingungslos zu lieben.
Es ist deine Aufgabe, zu vertrauen, zu lassen, zu begleiten und zu stärken, wo du schützen möchtest.
Es ist deine Aufgabe für Nähe und Bindung zu sorgen, an der keine Bedingungen hängen, damit es frei sein kann.
Deine Aufgaben sind Klarheit, Weisheit und Liebe.
Es ist deine Aufgabe zu akzeptieren, dass dein Kind nur ist, wer es ist und nicht, wen du dir für es wünschst.
Deine Aufgabe ist es, dir genug zu sein, damit dein Kind sein kann, was du an dir ablehnst.
Deine Aufgabe bist du.

Dein Kind gehört dir nicht.
Dein Kind gehört sich selbst.
L(i)ebe diese Tatsache.
❤️
Break the cycle.

Von einer Kinder-und Jugendpsychologin wurde ich mal nach der Meinung zu einem Artikel gefragt. Darin ging es um einen mittlerweile dreizehnjährigen Jungen, der schon als Kleinkind „anders“ war.
Anders als seine Geschwister, anders als Eltern und Pädagogen um ihn herum ihn sich gewünscht hätten, zu anders, als dass die Strategien der Menschen um ihn herum zu ihm gepasst hätten: wütender, sensibler, unbeugsamer.

So anders, dass er auch mal fixiert wurde um ihn „in seine Ruhe“ zu bringen, so anders, dass alles an Diagnostik aufgefahren wurde, was das Verhalten erklären würde, ohne dass jemals eine Diagnose für die Beteiligten dabei heraussprang.
So anders, als dass der Mutter nach Jahren des Kampfes, des seine Hausaufgaben mit ihrer linken Hand Erledigens und unzähliger Gespräche mit Ärzten, Psychologen und Therapeuten, nichts übrig blieb, als ihr Kind zu akzeptieren wie es ist.
Anders.
Mehr brauchend.
Mehr Rückzug, mehr Stille, mehr Gespräch statt Ansprache, mehr Vertrauen statt Kampf.
Mehr Halt und Schutz und Freiheit – gleichzeitig und unvorhersehbar.
Mehr Bedingungslosigkeit und mehr Akzeptanz.
Mehr JA zur Herausforderung.
Mehr Strategie, weniger Ohnmacht halt.

Das Resümee des Textes war, dass manche Kinder eben nicht ins System passen und die Gesellschaft das bitte zu akzeptieren habe und da bin ich ja mal wirklich im Dreieck gehüpft.
Weil das leider so nah an der Realität dessen ist, was viele glauben.
Ganz viele Menschen glauben auch, ein Kind müsse sich dem System anpassen, müsse Regeln einhalten, die eigenen Bedürfnisse der Gemeinschaft unterordnen und hineinpassen.
Und viele Menschen glauben, das System sei überholt, die Kinder würden verknechtet, sie würden sich verlieren und sie dürften nicht ans System verloren gehen.
Und beides alleine ist Käse.

Weder muss ein Kind in dieses System gepresst werden, um ein wertvoller Bestandteil der Gesellschaft zu sein, noch muss eine Gesellschaft akzeptieren, dass ein Kind keinen Platz in ihr finden wird oder will.
Im Gegenteil – es ist Aufgabe einer Gesellschaft und damit Aufgabe eines jeden Einzelnen, diesen Kindern Platz zu geben.
Das.Kind.möchte.diesen.Platz.
Eben und gerade weil es das Gegenteil ausdrückt.
Es ist ein emotionales Grundbedürfnis eines jeden Menschen, Teil einer Gemeinschaft zu sein – in früheren Zeiten galt es als sicherer Tod, vom Clan verstoßen zu sein. Das prägt unsere Zellen.

Kinder möchten dazugehören. Sogar dann, wenn sie dafür Hausaufgaben machen oder ihre Wünsche mal zurückstellen müssen, weil die Regeln einer Gemeinschaft das gerade erforderlich machen.
Und das können Kinder auch.
Sofern sie es gelernt haben.
Wenn sie allerdings einen erheblichen emotionalen Mangel mit sich herumtragen, weil sie sich nicht bedingungslos gesehen, gehalten und akzeptiert fühlen, dann können Kinder mit entsprechender innerer Stärke und Konstitution, diesen Mangel sehr deutlich sichtbar werden lassen. Die Wut darüber hilft ihnen, nicht aufzuhören, danach zu schreien.
Was für ein Glück!

Kinder, die sich so wenig integrieren können, haben in sich selbst keinen Platz- sie können lediglich laut und ohnmächtig darauf hinweisen, dass Integration nicht möglich ist, weil sie doch gar nicht wissen, wen sie da integrieren, dass ihre Angst, auch noch den letzten spürbaren Zipfel ihrer Identität zu verlieren, wenn sie sich nun auch noch für andere anpassen, einfach nicht auszuhalten ist.
Weil sie sich dann auflösen würden.
Weil ihr anderes emotionales Grundbedürfnis, nach Selbstausdruck stärker ist, weil es mehr in Not ist, als ihr Bedürfnis sicher zu sein und dazuzugehören.
Was für ein Dilemma für das Kind.
Und wir machen es uns leicht und behaupten, dass nun mal nicht jeder ins System passt, während wir verkennen, dass wir alle diese Einzigartigeit und Andersartigkeit in uns tragen und nur mehr oder weniger gut gelernt haben, diese Seite in uns nicht zu leben, damit wir nicht aus dem System plumpsen?

Verlustreiche Erfahrungen also, wenn wir unser Kind nicht begleiten können, es selbst zu bleiben UND im System zurecht zu kommen und, setzen wir noch einen drauf, wenn es uns nicht gelingt, FÜR die Einzigartigkeit akzeptiert zu sein.
Dieser Verlauf liegt im Bereich des Wahrscheinlichen und begegnet mir täglich, wenn nicht bewusst ist, dass Individualität und Zugehörigkeit keine entweder-oder-Fragestellung ist, sondern eine sowohl-als-auch-Antwort und dass wir alle dieses System sind.
Akzeptanz beginnt in dir.

Viel früher hätte diese Mutter ursächliche Hilfe gebraucht. Jemanden, der sie dabei unterstützt, ihr Kind zu akzeptieren, als der Mensch der es ist. Es hätte all das Ziehen und Zerren nicht gebraucht, das nur dazu diente, die Angst der Mutter vor Ablehnung, vorm „nicht dazugehören“ zu vermeiden.
Hätte sie Unterstützung dabei gehabt, sich ihrer eigentlichen Herauaforderung, nämlich ihrer fehlenden Selbstakzeptanz, zu stellen, wäre es ein Leichtes für sie gewesen, das Verhalten ihres Kindes nicht nur als anstrengend, sondern auch als bedrohlich wahrzunehmen und das Kind hätte seine oppositionelle Geundhaltung nicht mehr gebraucht.
Das Kind bedrohte ihre eigene Vermeidungshaltung gegenüber ihren eigenen Ängsten.
Und ja, viele Menschen bekämpfen das lieber im Außen, in dem Fall dem Kind, als sich den eigenen Schatten zu stellen.
Den Preis zahlt immer das Kind und das Elternteil mit Schuldgefühl, wo keine Schuld ist.

Viel früher hätte jemand erkennen müssen, dass dieses Kind dieses System, so wie es ist, nicht akzeptieren kann und niemals wird und dass wir es uns nicht leisten können, diese kraftvollen und wertvollen und klugen Menschlein unserer Gesellschaft zu verlieren und sie zum Außenseiter zu stigmatisieren, zum Systemsprenger.

Viel früher hätte jemand bemerken müssen, dass entweder ‚dazugehören und dafür sich selbst zu verlieren‘ oder ‚das System zu
sprengen, aber sich wenigstens selbst treu zu bleiben‘, keine Alternativen sind, sondern dass beides gehen muss und kann.
Nebeneinander.

Jedes Kind kann seinen Platz in dieser Gesellschaft finden, ganz ohne hineinzupassen.
Dazu braucht es „nur“ diese passende und klare Haltung und das Bewusstsein dieser Gratwanderung.
Dazu muss es nur wissen, wer es ist und wie es mit sich und der Welt und den Menschen in dieser Welt umgeht.
Dazu muss es nur die passenden Strategien lernen, die du idealerweise bereits lebst, um mit dir in Akzeptanz und mit den Menschen in deiner Welt umzugehen.
Dazu musst du nur wissen, wer du bist und wie du mit dir umgehst: mit Konflikten, mit Gefühlen, mit Erwartungen, mit Hoffnungen, mit der Liebe zu diesem kleinen Menschen.
Dazu musst du dich nur von den Bedingungen lösen, die an deine Bindung und deinen Schutz geknüpft wurden.

Du passt so viel besser, wenn du nicht passen musst.

Erst dann kannst du dein Kind sehen, als das Wesen, das es ist und nicht doch lieber an manchen Stellen sein sollte.
Ein eigenständiger kleiner Mensch, mit eigenen Ecken und Kanten, von denen manche passen und andere niemals passen werden, dir oder den anderen, von denen aber keine Kante dich jemals bedrohen wird, weil du dich längst kennst und nicht fürchtest, was andere davon halten.
Kommst du an deine Grenzen, musst du dein Repertoire erweitern.

Das ist der Weg durch die Mitte.
Ein Kind, das sich selbst gehört und das dennoch wertvoller Teil der Gesellschaft ist, die es ohnehin neu gestalten wird – weil du ihm die Mittel gegeben hast, es selbst zu sein UND im bestehenden Konzept zurecht zu kommen.

Es ist nur eine Erwartung, dass du passt, dabei passt du so viel besser, wenn du nicht passen willst, sondern passend bist.
Für. Dich. Selbst.

❤️
Break the cycle.

Schnell mal noch die Verantwortlichkeiten regeln, die du mit ins neue Jahr nimmst?

Müde und erschöpft bist du nicht von deinem Alltag, sondern davon, dass du dich mit zu viel Verantwortung überforderst, die nicht deine Verantwortung ist.
Sie fühlt sich nur manchmal so an, weil es sich für den Moment noch blöder anfühlen würde, sie liegenzulassen.
Lass das mal.
Du nimmst ja auch nicht jede Olive vom Buffet.
Nicht jedes Brötchen aus der Auslage.
Nicht jeden Kuchen, der dir angeboten wird.

Sag nein und halt aus, dass du dich unzulänglich, ängstlich und ungeliebt fühlst.
Stell fest, dass du nicht unzulänglich bist, die Angst vergeht und du geliebt bleibst.

Lass in 2021, was dir an Verantwortung nicht gehört. Das Jahr hat noch Platz dafür.

Schaff dir Platz, indem du deiner eigenen Verantwortung nachkommst und nicht der, die andere für deine Verantwortung halten.
Deine Verantwortung bist du.
❤️
Break the cycle.

Wir sind ja eine sehr besondere Generation Eltern.
Ich nenne sie gern Cyclebreaker, weil sie in der außergewöhnlichen Rolle sind, den Mist der vorherigen Generationen nicht zu wiederholen, aber gleichzeitig über quasi null Mittel und Vorbilder verfügen, Neues im Umgang mit ihren Kindern zu etablieren. Wir wissen was wir nicht wollen, können aber das, was wir wollen, nur mühsam und im trial-and-error-Verfahren etablieren.
Wir haben nichts als gute Wünsche für unsere Kinder, die Bereitschaft zum Reflektieren und Mentalisieren, eine Menge Mut und Entschlossenheit, alte Muster zu lösen und wir haben einen Ozean voller Liebe für unsere Kinder.
Vor allem aber haben wir diesen klitzekleinen Zugang in uns selbst. In den Teil, der erinnert, wie gut es sich anfühlt, wir selbst sein zu können und wie mühsam die Suche danach manchmal sein kann und wie schmerzhaft sie oft genug war. Den Zugang, der dafür sorgt, bestimmte Erfahrungen im Umgang mit dem eigenen Kind nicht wiederholen zu wollen.

Und eigentlich ist das völlig ausreichend.
Eigentlich könntest du dich an dieser Stelle zurücklehnen, dein Bestes geben und aus deinen Fehlern lernen.
Du könntest immer schön reflektieren, die Verantwortung für die Beziehung und für deine Gefühle bei dir halten und darauf vertrauen, dass ihr ein langes Leben lang gemeinsam aneinander wachsen werdet.
Könntest du.

Wenn für dich nur nicht so viel daran hängen würde, es „richtig“ zu machen und deinem Kind allerbeste Voraussetzungen zu schaffen, sich zu dem Menschen zu entwickeln, der es ist.
Du wünschst dir so sehr, dass es sich niemals schuldig, ungenügend und zu viel oder zu wenig fühlt, dass du dich dabei beinahe selbst ausbremst, es genau darin zu begleiten.
Du fürchtest so sehr, es könne sich auf dem Weg mit dir verlieren oder alleine fühlen, sich schutzlos erleben oder verloren, dass du deine innere Orientierung verlierst, die dir ganz genau verraten würde, was die Route ist.
Du hast derart große Angst davor, dein Kind müsse all das erleben und fühlen, was du selbst als so unerträglich erfahren und worunter du gelitten und was du bis heute kaum verkraftet hast, dass du alles daran setzt, dass deinem Kind das niemals widerfährt.
Dein Kind möchtest du vor deinem erlebten Schmerz beschützen.

Und genau an dieser Stelle wird das Familienleben kompliziert, weil du nun drei Möglichkeiten hast
:
1. Du nutzt diese Tatsache als Antrieb, als dein Benzin dafür, andere Wege in der Begleitung deines Kindes zu gehen und sie durchzuhalten, während viele Menschen um dich herum traditionelle Wege wählen werden. Du setzt dich mit den Ursachen in dir auseinander, die zum Verhalten deines Kindes führen, weil du um die Kausalität aus Deinen Erfahrungen, deiner daraus entwickelten Haltung und dem Verhalten deines Kkndes weißt und diese Verantwortung übernimmst. Dabei gibst du dein Bestes und bist ausdrücklich bereit Fehler zu machen, weil du dir und deinem Kind zutraust, daran zu wachsen.
Deine vor langer Zeit erworbenen Schuldgefühle bestimmen also nicht eure Beziehung.

2. Diese Tatsache lähmt dich, du bleibst in der Abwehr stecken und lässt die Verantwortung liegen, weil die Schuldgefühle dich ausbremsen und du dich nicht in der Lage siehst, dich ihnen zu stellen.
Eure Beziehung gestaltet sich schwierig und deinen Alltag erlebst du oft als mühsam und voller Kampf.

3. Und das ist ein sehr häufiger Weg: Du wählst eine Kombination aus 1 und 2, weil dein Antrieb riesig ist und deine Schuldgefühle ebenfalls.
Dabei vergisst du leider, dass Schuld und Schuldgefühle nicht das selbe sind und leidest wahnsinnig auf diesem Weg, eine cyclebreaker für dein Kind zu sein. Du reibst dich dabei auf, zu reflektieren und Bewusstsein in dir zu schaffen und es scheint, dass mir jeder neuen Erkenntnis dein Schuldgefühl wächst, dich deinem Kind überhaupt zumuten zu müssen. Dass es derart unter dir und deinen Themen leiden muss, macht dich wahnsinnig, weil du den Ausgang nicht findest.

Mal in klarem Klartext:
Wenn du glaubst, dich deinem Kind als Person mit deinen Erfahrungen und Themen nicht zumuten zu können und du glaubst, seiner Entwicklung durch deine bloße Existenz Schaden zufügen zu können – dann erlebst du DICH (oder deinen Partner, deine Partnerin) als eine Gefahr für dein Kind.
Du leidest dann darunter, dass du dein Kind nicht vor dir schützen kannst, weil du dir weder ausweichen, noch deine Themen in Lichtgeschwindigkeit auflösen kannst.

Wie soll das gehen?
Was soll dabei herauskommen?
Wie willst du damit leben, dass du eine Gefahr für die Entwicklung deines Kindes bist?
Was lernt dein Kind, wenn sich der sicherste und nächste Mensch in seinem Leben für eine Gefahr hält, weil er ist wer er ist und erfahren hat, was er nun mal erfahren hat?
Wie soll seine Welt dann sicher sein?
Wie soll dann sein, was du dir eigentlich für dein Kind gewünscht hast?
Nähe, Schutz, es selbst?

Ich erlebe dauernd, dass bewusste und reflektierte Eltern sich in den eigenen Schuldgefühlen verlieren, während sie versuchen, zu genügen.
Dabei gibt es nur einen Ausweg:
Du darfst dir glauben,, dass du schon genug bist für dein Kind.
Du darfst akzeptieren, dass du Fehler machen wirst. Große und kleine.
Du darfst dir erlauben, aus ihnen zu lernen und an ihnen zu wachsen.
Du wirst feststellen, dass nichts auseinanderbricht und schon gar nicht eure Beziehung, selbst dann, wenn du so richtig verkackst.
Du wirst entdecken, dass Nähe dort entsteht, wo ihr beide zu euch und eurer Unzulänglichkeit steht, weil du dich nicht mehr verstecken musst hinter dem Bild, das du so gern von dir hättest oder hinter den Schuldgefühlen, diesem Bild niemals gerecht werden.
Du wirst Schätze sammeln, wenn du stets gibst, was du zur Verfügung hast, selbst dann, wenn das gerade mal nichts ist, weil du gerade nichts weißt und gerade nichts kannst und morgen wieder danach suchst.

Dein Kind hält dich aus.
Es hat ein Recht auf die Perlen, die es in euren Problemen entdecken wird und es hat ein Recht auf die Stolpersteine, über die ihr plumpsen werdet. Es hat ein Recht darauf zu erfahren, wie ihr euch danach gegenseitig beim Aufstehen helft und dass Stolpern nicht liegenbleiben bedeutet.

Dein Kind will nämlich nicht beschützt werden, nicht vor dir und nicht vor der Welt.
Dein Kind möchte bewahrt wissen, wer es ist und über die Stärke verfügen, die es durchs Leben trägt und es muss erfahren dürfen, dass das manchmal bedeutet, schwach zu sein.
Dein Kind möchte an dir wachsen und dazu braucht es deine Fehler und deine Bereitschaft sie zu machen und sie eben nicht zu vermeiden, damit du deinen Schuldgefühlen ausweichen kannst.

Dein Kind braucht dich komplett und in der Bereitschaft, dich deinen Schatten zu stellen und nicht in der fertigen und schattenfreien Version.
Dein Kind lernt an dir Entwicklung und Beziehung und Entwicklung von Beziehung.
Es lernt also was du nicht gelernt hast, weil du bereit bist, dich dem hinzugeben.

Dazu brauchst du nicht viel:
Versuch und Irrtum, ein bisschen Mut und viel Bereitschaft, dich zu hinterfragen.
Dich zu hinterfragen bedeutet nicht, dich als Elternteil in Frage zu stellen.
Es bedeutet, den Kreislauf zu durchbrechen, indem du dir erlaubst, „nur“ zu sein, wer du bist, während du dafür sorgst, an dir zu wachsen.
Du bist ganz und gar genug in deiner Unvollkommenheit.
Für dein Kind schon lange.
Bitte sei es auch für dich.
Du bist genug.
❤️
Break the cycle.