Frieden mit dir selbst ist nichts, was du dir zulegen musst.
Es ist das Freilegen von etwas, das längst in dir ist.

Verschreib dich also nicht dem Ziel, das mit deinem Kind gut hinzukriegen.
Verschreib dich dem Unbequemen, dich immer auseinanderzusetzen, denn es ist die Auseinandersetzung mit dem was ist, die Frieden schafft.

Frieden kannst du nicht wollen, denn wollen ist Absicht und die schafft Mauern.
Frieden braucht nur deine Bereitschaft, weil deine Bereitschaft Wege schafft.
Wege, Frieden mit deiner Geschichte zu schließen und dich sein zu lassen, wer du bist, weil du nicht mehr sein musst, wer du nicht bist und nicht werden musst, wer du sein sollst.

Frieden ist die Ruhe in dir, die dich strahlen lässt.
Frieden ist nicht mehr kämpfen zu müssen und wollen zu dürfen, was ist.
Frieden in dir ist die Freiheit deines Kindes.
Frieden ist deine Ursehnsucht nach dir selbst.
Frieden ist Liebe.

Frieden ist, wenn du ihn lässt.
💚

Glücklich sein ist ein großes Wort.
Für Kinder ist es der Ur-Zustand.
Sie wachen morgens auf und sind:
Zack – glücklich.
Eine Voreinstellung sozusagen.
Sie sind einfach so grundlos glücklich, bis sie sich mit dem kleinen Bruder streiten und kurz weinen, um dann sofort wieder in ihren natürlichen Grundzustand zu wechseln.
Zack – glücklich.
Sie ärgern sich über dich und schreien los, was das Zeug hält, um danach sofort wieder – Zack, glücklich zu sein.
Sie kipppen automatisch zurück in ihren natürlichen Seinszustand.
Was für ein Glück.
😊

Und du fragst dich ernsthaft, was du tun kannst, um dein Kind glücklich zu machen und was du lassen musst, um zu verhindern, dass es nicht mehr glücklich ist?
Was muss in dir passiert sein, um davon auszugehen, dass der Ursprungszustand die Abwesenheit von Zufriedenheit ist und die erst herzustellen ist?
Welche Erfahrung musst du im Umgang mit unangenehmen Gefühlen gemacht haben, um es davor zu bewahren, nicht mehr glücklich zu sein?

Während wir im Außen, in Dingen, im Materiellen, in Menschen, die wir lieben, überall, nur nicht da, wo es längst darauf wartet, von dir gesehen zu sein, nach diesem Glück suchen, fragen wir uns, wie wir das Kind glücklich machen ?
Während die meisten Menschen auf der Welt die meiste Zeit ihres Lebens mit Dingen und Aktivitäten verbringen, die in ihrer Bedeutung völlig belanglos sind und während sie glauben, dass das, was sie tun, ihnen Freude, Glück und Zufriedenheit und vor allem Erfüllung bringt oder bringen soll, ist dein Kind schon mal glücklich.

Das liegt daran, dass dein Innerstes nicht darauf fokussiert ist, etwas zu tun oder darauf, mit welchen Aktivitäten du deinen Tag füllst.
Selbstverwirklichung wird nicht durch das, was wir tun erreicht, sondern durch das, was wir sind. Während wir tun, was auch immer wir tun, weil wir sind, wer wir sind.
Idealerweise präsent und im Moment und nicht einer an unser Glück geknüpften Bedingung hinterherjagend.
Der Gehaltserhöhung, dem neuen Haus, dem Schulerfolg des Kindes.
Denn in der Lücke zwischen dem was ist, und dem, was du dir wünschst, wohnt die Unzufriedenheit.

Ich wünsch dir heute einen Tag des Spürens danach, wann du dich zutiefst zufrieden fühlst, wann deine Welt perfekt, dein Zustand selig ist und du Zack – glücklich bist.
Wann Sinnhaftigkeit, Verbundenheit mit dir selbst und dankbare Freude sich in dir treffen und du es spürst.
Es ist schon alles gut.
Jetzt.
Du musst nichts dafür tun, dass es gut wird.

Glück ist Zack – jetzt.

Glücklich bist du genau dann, wenn du zufrieden bis mit dem was ist, weil es dich erfüllt und dankbar sein lässt UND wenn du gleichzeitig weißt, was ebenfalls noch werden soll, was dich zufrieden und dankbar sein lässt.
Zufriedenheit nährt sich von Zufriedenheit.

Eltern, deren Zufriedenheit nicht von der Zufriedenheit ihrer Kinder abhängt, haben glückliche Kinder.

Ich wünsch dir heute JETZTS – Zack: glücklich.
❤️
Break the cycle.

Gestern hat mein Sohn seinen Ranzen aufgeräumt.
Weil ich das wollte.
;))
All die losen Zettel, das reingestopfte Papier, die einsamen Blätter. Nach und nach kam zum Vorschein, was einige Wochen lang wahl- und lieblos hinein gestopft wurde und in der Tiefe des stinkenden Ranzens für immer in Vergessenheit geraten wäre, hätte ich nicht kürzlich, beim Spülmaschine einräumen, nach einer am Morgen bestückten Brotdose gesucht, die nun noch in mein Tetrisspiel mit der Maschine passen könnte.
Und die Brotdose fand ich auch. Und ein paar andere.
Und noch irgendetwas, das sich klebrig anfühlte, ich aber nicht mehr identifizieren konnte.

Da war dann mal wieder klar, dass es Zeit wäre für eine Entmüllungsaktion seines Tornisters , verbunden mit der Ablage von Material von zwei Monaten für Deutsch, Mathe & Co.
Es gab einfach keinen Platz mehr für weitere lose Zettelwirtschaft.
Also bat ich ihn das Ding auf­zuräumen und das mit dem Papier zu erledigen.

Hat er gemacht. Sieht jetzt wieder hübsch aus für die nächsten 4 Wochen. Er hats auch ohne Maulerei erledigt. Allerdings auch ohne jede andere Form emotionaler Be­teiligung, ein bisschen so wie Hände Waschen. Macht man halt. Hinterfragt man nicht. Findet man weder gut noch schlecht. Ist einfach so – wen juckt’s.
Ihn jedenfalls nicht und wenn’s ihn nicht juckt, dann juckts mich auch nicht.
Seine fehlende Organisation kümmert mich nicht, weil sie ihn auch nicht kümmert. Wo wäre also der Sinn, dass mir etwas wichtig ist, was ihm vollkommen gleichgültig ist?
Er weiß ja dass Lehrer das besser finden würden und sich daran erinnern, wenn sie über ihrem Notenbüchlein schwitzen.
Er weiss ja, dass Suchen manchmal nervtötend ist.
Er weiß, dass etwas verloren gehen kann, was beim nächsten Test relevant sein könnte.
Weiß er alles.
Entscheidet er dennoch immer wieder so.
Wer bin ich also, ihn davon zu überzeugen, dass er etwas wollen soll, was ihm vollkommen egal ist?

Was ist die Logik?
Ich weiß besser, was für ihn richtig ist?
Meine Entscheidungen sind wertvoller als seine?
Ich sehe mehr als er und bin vorausschauender?
Und selbst wenn das so wäre- wo beginnt die Grenze deines Kindes, wann ist das ganze Wollen für dein Kind noch verhältnismäßig und wie sollten Eltern das im Kind umsetzen, ohne dabei kindliche Grenzen zu missachten?
Wie bringst du deinem Partner bei, dir Kaffeetasse IN die Spülmaschine zu räumen?
(Gar nicht, genau 😛)
Ins Gehirn pusten?
Im 724. Gespräch darüber, das sich nicht wesentlich von den 723 davor unterscheidet?
Durch Strafe und Druck so einwirken, dass elterliche Werte leichter zu schlucken sind ? (Diese Option fällt in deiner Partnerschaft hoffentlich aus 😎)

Und wozu?
Dafür, dass auf dem nächsten Zeugnis „ordentlich“ steht oder dafür, dass das Ganze in die Deutschnote einfließt oder dafür, dass ein ordentliches Kind ein bisschen richtiger ist als ein verpeiltes und unordentliches?
Weil richtigere kleine Menschen glücklichere große Menschen werden?
Ich glaub nicht
😀
Oder vielleicht doch dafür, dass du dich nicht mehr ohnmächtig und ungesehen fühlen musst? Dafür, dass deine Wünsche zählen und du wichtig bist?

Nein, dein Kind ist dir nicht egal, wenn du diesen aussichtslosen Kampf nicht kämpfst. Das Gegenteil ist der Fall. Weil mein Kind mir wichtig ist, hänge ich weder seinen Wert, noch unsere Beziehung, noch mein Bedürfnis nach Wertschätzung an seine Fähigkeit zur Ordnung.
Und nein, auch nicht sein weiteres Leben und was aus ihm wird sind mir egal, weil da kein kausaler Zusammenhang besteht. Der besteht nur in der Angst, dass ein Zusammenhang bestehen könnte. Die Furcht selbst begründet aber keine Kausalität oder? Tatsächlich sind wir als Eltern nicht in der Verantwortung für die Ergebnisse, die unser Kind abliefert. Wir sind in der Verantwortung, die allerbesten Voraussetzungen für diese Ergebnisse zu schaffen.
Über das Ergebnis entscheidest nicht du, sondern dein Kind und das gilt für Heftführung ebenso, wie für den ganzen Rest seines Lebens und all die Entscheidungen, die es da noch ohne dich treffen wird.
Ich weiß also nicht, ob mein Sohn das je­mals können wird mit der Ordnung und der Struktur, aber ich weiß, er weiß, dass wenn er es lernen will, ich da stehe und warte, um ihn zu helfen.
Wenn er das will. Es ist nicht meine Aufgabe, des für ihn zu wollen, zumindest dann nicht, wenn ich ihn in seiner Person achte und seine Grenzen respektieren möchte. Es ist aber auch ganz einfach naturgemäß unmöglich.

Ich kann ihm vorleben, dass Struktur und Ordnung Eigenschaften sind, die ihm nutzen können (zugegeben, meine persönlichen Fähigkeiten sind da ehrlicherweise begrenzt 😀) und dass der Nutzen weit größer ist, als nur den Unmut eines Lehrers abzuwenden, aber ob er für sich entscheidet, das zu einer wichtigen Eigenschaft zu machen, kann niemand außer er selbst und ich verstehe es nicht als meine Aufgabe, seine Entscheidungen und Fähigkeiten anzuzweifeln, damit ich mich komfortabler fühle. Das mach ich nicht. Das darf er auch nicht, weil das niemand darf.

Du hast also die besten Wünsche für dein Kind und wünschst dir ganz sicher, es würde den ein oder anderen Sinn deiner Wünsche für es erkennen, verstehen, annehmen und vielleicht sogar umsetzen. Dein Kind zeigt dir, wo deine Fähigkeit, es zu erreichen, aufhört: vor seiner Stirn.

Du kannst nicht kontrollieren, ob es deine Wünsche haben will.
Du kannst nicht steuern, was es annimmt und was es liegenlässt- zumindest nicht ohne Anwendung von Strafen oder Gehorsam oder ohne die Beziehung zu verraten. Damit würdest du diese Lücke natürlich überbrücken und in ihm umsetzen was du dir für es (und dich!) wünschst.
Ob dieses Mittel den Zweck rechtfertigt und du diese Art von „Beziehung“ führen möchtest, entscheidest du selbst.
Sich von Kontrolle zu verabschieden ist nicht immer leicht, aber es wird leichter, wenn du das Mittel nutzt, das du zur Verfügung hast:
Einfluss.

Einfluss ist nicht Kontrolle deines Kindes. Einfluss ist Vorbild, Auswahl, Möglichkeit.
Und damit wird Einfluss zu deiner Freiheit, zu wählen, welche Auswahl du deinem Kind präsentierst, weil dein Kind nämlich immer nur von dir lernt, was du schon lebst.
Das Gute und das nicht so Gute.

Also mach’s euch nicht so schwer.
Übernimm Verantwortung für die Angelegenheiten, die du tatsächlich steuern kannst.
Die sind sehr nah bei dir.
Und ehe du dich versiehst, hast du dann für dein Kind die inneren Voraussetzungen geschaffen, die es braucht, um das Leben zu führen, das ihm entspricht – obwohl du gar nicht in seinen Angelegenheiten unterwegs warst.

Weil du dir für dein Kind alles wünschen, aber nichts kontrollieren kannst und du klug genug bist, den Umweg über dich selbst zu machen.
Weil Kinder nicht daraus lernen, was wir sagen, sondern daraus, wer wir sind.
Weil du ihm mitgegeben hast, wie es funktioniert, für sich selbst, die eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen verantwortlich und damit eigenmächtig zu sein.
Weil das eigene Leben nur gestalten kann, wem nicht die elterlichen Ängste aufgeladen werden.
Weil dein Einfluss, dein Leben auf deine Art zu führen, die einzig echte Möglichkeit ist, das Leben deines Kindes zu berühren.

Weil Kontrolle Angst ist und Liebe frei lässt.
❤️
Break the cycle.

Ist dein Kind immer so laut oder wird es gehört?
Ist dein Kind immer so fordernd oder will es alles vom Leben?
Ist es so empfindlich oder fühlt es sich noch?
Ist dein Kind oft so unzufrieden oder weiß es, was es (nicht) will?
Ist dein Kind uneinsichtig oder vertraut es seiner Wahrnehmung?
Ist dein Kind faul oder setzt es Prioritäten?
Ist es unzuverlässig oder hört es auf sich selbst?
Ist es ein unerträglicher Dickkopf oder sorgt es für sich?
Ist dein Kind eifersüchtig auf die kleine Schwester oder braucht es dich?
Hält es sich nicht an Abmachungen oder ist es stark genug, eigene Entscheidungen zu treffen?
Hängt es schulisch hinterher oder hat es sein eigenes Tempo?
Ist dein Kind unselbständig oder vertraut es dir noch mehr als sich selbst?
Ist dein Kind egoistisch oder sorgt es für sich?

Ist dein Kind für dich also wen du siehst oder erkennst du noch nicht, wer es auch ist?

Deine Perspektive ist nur ein Teil der Wahrheit und Wahrheit ist für dich das, was du wahrnimmst. Und was du wahrnimmst ist Ausdruck deines höchst subjektiven Erlebens, abhängig von deinen individuellen Erfahrungen und gewonnenen Überzeugungen über die Welt und dich in der Welt. Damit ist das Selbstbild deines Kindes abhängig davon, wer du bist und nicht abhängig davon, wer dein Kind ist.
Daher ist es für dein Kind sehr gesund, wenn du weißt und lebst, dass deine Sicht oder die eines Dritten nur eine Perspektive ist und nicht „die Realität“.
Zum Beispiel eine Perspektive, in der dir klar ist, dass richtig und falsch nur Bewertungen sind und dass jeder Streit um eine Perspektive einer Sache absurd ist, weil aus ihrer Perspektive jede immer richtig ist.
Und weil sie ja da ist.
Sie ist halt immer nur nicht alles.

Unterschätz nicht den Einfluss, den deine Sicht auf dein Kind hat, denn dein Kind ist morgen, wen du heute in ihm siehst.
Dein Blick auf dein Kind bestimmt nicht nur, wie du es wahrnimmst, sondern auch, wie es selbst sich durch dich wahrnimmt, denn das tun Kinder. Deine Sicht auf es bestimmt sein Selbstbild.

Damit entscheidest du über das Selbstbild deines Kindes und deine Entscheidung ist abhängig davon, was du dir für dein Kind im Leben wünschst.
Also wünsch dir für dein Kind besser, was dein Kind sich vom Leben wünscht.
Sich selbst genug zu sein.

Gefällt dir diese eine Sache an deinem Kind nicht, magst du nicht, was du siehst, sieh es anders, denn veränderst du deine Perspektive, erkennst du ein anderes Kind, weil dein Kind entweder nie war, was du gesehen hast oder weil es endlich sein darf, wer es ist.

Du alleine entscheidest darüber, was du siehst und ob das richtig oder falsch oder einfach nicht alles ist.
Du alleine entscheidest darüber, die Perspektive zu wechseln und mehr wahrzunehmen, als das, was du bisher siehst.
Du alleine entscheidest darüber, wieviel Platz dein Kind in seinem Selbstbild hat.

Mach deinem Kind doch heute mal Platz und wechsle die Perspektive.
Und wenn du schon dabei bist: mach dir selbst Platz.
Was bist du alles nicht, weil es falsch war das zu sein?
Was bist du alles, weil es jemand aus seiner Perspektive für richtig hielt?
Wer bist du alles, wenn du deine Perspektive wechselst und was kannst du alles noch werden?

Frei bist du.
❤️
Break the cycle.